Während Sie schlafen, kann Ihr Haar mehr, als man denkt. „Heatless Styling" — das Stylen ganz ohne Hitze — gehört zu den freundlichsten Entwicklungen der letzten Zeit: weiche Wellen ohne Lockenstab, weniger Reibung in der Nacht und Haar, das morgens erholt aussieht statt strapaziert. Ein Blick auf die Abend-Routine, die Ihrem Haar die Arbeit abnimmt.
Warum weniger Hitze so viel ausmacht
Föhn, Glätteisen und Lockenstab gehören für viele zum Alltag — doch häufige, große Hitze hat ihren Preis. Sie entzieht dem Haar nach und nach Feuchtigkeit, die äußere Schicht wird rau, und mit der Zeit zeigen sich Spliss und Haarbruch. Coloriertes und feines Haar reagiert darauf besonders empfindlich. Niemand muss deshalb ganz auf den Föhn verzichten; ein guter Hitzeschutz und mittlere Temperaturen nehmen viel Schärfe heraus. Aber die schonendste Wärme ist die, die gar nicht erst nötig ist — und genau hier kommt die Nacht ins Spiel.
Wellen über Nacht: „Heatless Curls"
Das Prinzip ist herrlich einfach und im Grunde die Wiederentdeckung eines alten Tricks: Das Haar wird abends leicht feucht — nicht nass — um ein weiches Hilfsmittel gelegt und über Nacht in Form gebracht. Wer es sanft geflochten trägt, wacht mit weichen Wellen auf; ein dickes Stoffband oder eine weiche Schaumrolle, um die das Haar in zwei Bahnen gewickelt wird, ergibt große, schwungvolle Locken. Dabei gilt: Je dicker die Strähnen, desto weicher das Ergebnis. Wichtig ist nur, dass alles gut hält — lose Spitzen fallen bis zum Morgen wieder heraus. Ein wenig Schaumfestiger oder Pflege zum Einkneten vorab hilft der Form; morgens wird alles vorsichtig geöffnet, mit den Fingern geordnet und höchstens noch mit einem Tropfen Öl beruhigt.
Seide, Zopf und sanfte Handgriffe
Auch wer gar nicht stylen möchte, kann dem Haar über Nacht Gutes tun — denn die größte nächtliche Belastung ist schlichte Reibung am Kissen. Ein Kissenbezug aus Seide oder glattem Satin lässt das Haar gleiten, statt es aufzurauen: weniger Haarbruch, weniger fliegende Härchen am Morgen, und die Feuchtigkeit bleibt im Haar statt im Stoff. Langes Haar liegt am besten in einem lockeren, tief gebundenen Zopf mit einem weichen Stoffgummi — straff gespannte Frisuren und harte Gummis haben in der Nacht nichts zu suchen. Vor dem Schlafen einmal sanft durchbürsten, trockene Längen bei Bedarf mit etwas Pflege versorgen, und möglichst nicht mit klatschnassem Haar ins Bett: Nasses Haar ist besonders verletzlich. Es sind kleine Handgriffe — aber in Summe merkt man sie dem Haar an.
Wir wünschen Ihnen einen sanften Spätsommer — und viele kleine Momente zum Genießen.
